Bereits zum 13. Mal konnten die Akteure des Fördervereins der Stadtbibliothek Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens gewinnen, mit Kostproben aus ihrer aktuellen Lektüre Lust auf Lesen zu machen.

„Dass unser Benefizabend nun schon zum 13. Mal stattfinden kann, freut uns sehr. Auch diesmal machen wir den guten Schluss der Bruchsaler Lesezeit, die sich inzwischen im Kulturleben der Stadt erfolgreich etabliert hat“. So begrüßte die Vorsitzende, Regina Riegger-Trenkle die Besucher. Kultur, hieß es, braucht Unterstützer, braucht Sponsoren und so sagte sie den anwesenden Vertretern danke für ihre Hilfe. Der Erlös des Abends ist für Anschaffungen der Stadtbibliothek gedacht.

von links: Sabina Stemann-Fuchs, Dorothea Eckes, Markus Zepp, Thomas Brandt. Außerdem gestalten das Programm Ute Liepold, Roland Schäfer, Wolfgang Wittke und Armin Neff. (Foto: Hübner)

„Es tut gut, unter Lesenden zu sein“, so hieß Roland Schäfer, Vorsitzender der Volksbank Bruchsal Bretten, die Gäste willkommen. Wieder moderierte er den Abend und stellte die Lesenden vor. Diesmal servierten sie ihren Zuhörern literarische Kostproben, die nachdenklich stimmten und berührten, als letztes aber auch Heiteres aus der Feder von Harald Hurst. Den Anfang machte Markus Zepp, Schulleiter des Gymnasiums St. Paulusheim mit der Biografie des Pallotiner Paters Franz Reinisch überschrieben mit „Ein Eid auf Hitler? NIE“. Recherchiert hat sie Christian Feldmann. Es heißt darin: „Ich kann als Christ einem Mann wie Hitler niemals den Eid der Treue leisten. Es muss Menschen geben, die gegen den Missbrauch der Autorität protestieren und ich fühle mich dazu berufen“. Sein Mut kostete ihm das Leben.

Auf den Roman „Ein anderes Leben als dieses“, erdacht von Virginia Reeves, machte Dorothee Eckes vom Vorstand der Bürgerstiftung neugierig. Erzählt wird von Roscoe Martin, der mit großer Leidenschaft als Elektriker arbeitet. Als dessen Frau Marie die Farm ihres Vaters erbt, sieht er sich gezwungen, mit ihr und dem gemeinsamen Sohn aufs Land zu ziehen und ein Leben zu führen, das er es so nie gewollt hat. In der Ehe kriselt es, hinzu kommen außerdem wirtschaftliche Probleme. Um die Farm zu retten, holt er sich elektrische Unterstützung und zapft staatliche Stromleitungen illegal an, mit fatalen Folgen.

In „Charlotte“ schildert David Foenkinos eine dramatische Familiengeschichte, die sich Sabina Stemann-Fuchs, Leiterin der Caritas Bruchsal, erkoren hat. Schwere Depressionen, die den Tod nur als Erlösung zulassen, ziehen sich wie ein roter Faden durch die Generationengeschichte. Auch Charlotte wird nicht verschont. Als Therapie malt sie Bilder, malt ihr Leben, ihre Erinnerungen, ihre Erlebnisse mit den Künsten und Erfahrungen mit Leben und Tod.

„So isch’s worre“ hat sich Thomas Brandt, Leiter des Bio Ladens Füllhorn erwählt. Nun kommen heitere Geschichten zu ihrem Recht, was nach der nicht ganz leichten Lektüre-Kost ganz gut tut. So zieht nun Harald Hurst in seiner Schilderung eines Klassentreffen alle Register seiner Erzähl- und Beobachtungskunst. Man sieht sie vor sich, die Klassenkameraden, die er einst jung, dynamisch voller Ideen und Tatendrang erlebte. Was ist aus ihnen geworden, da der Zahn der Zeit an ihnen nagte? „Eigentlich“, resümiert er, „seh ich net so schlecht aus, s’könnt schlimmer sein“.

Mit berührenden und beschwingten Klarinetten-Klängen begleitete das Trio Ute Leipold, Armin Neff und Wolfgang Wittke den Abend. (Brigitte Hübner)

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